Mascha Kaléko - Verse in Dur und Moll
mit Regine Gebhardt und Olaf Taube (Vibraphon)
Regie: Michael Hoffmann
Berlin, 2007

IDEE
"Das feine Gespinst ihrer Verse zum Klingen bringen" - schwebend, tiefgründig, hingetupft. Mascha Kaléko in Innenansichten und im Spiegel ihrer glänzend-brüchigen Epoche. Eine Frau singt und spricht vom Pulsschlag ihrer Zeit, von Sehnsucht, von großen Umwälzungen und kleinen Sprüngen. Das Vibraphon begleitet sie, auf allen Lebensstationen, sozusagen als "Handgepäck" - ebenso schwebend, spielerisch, melancholisch und keck. Ein musikalisch-poetisches Zeitmosaik voll Sprachwitz und Scharfsinn, ein Klang-Varieté aus Chanson, Lied, Schlager und Melodram. Zu den Gedichten Mascha Kalékos treten Originalvertonungen ihrer Texte, davon mehrere eigens für das Programm entstandene Kompositionen von Winfried Radeke und Frank Schwemmer. Außerdem: Stücke von L. Bernstein, H. Eisler, Fanny Hensel, R. W. Heymann, K. Weill u. a.

DIE BÜHNEN-SITUATION
1956 - Mascha Kaléko kehrt nach Berlin zurück. Eine viel zu viel Gereiste ist dem Damals auf der Spur: ihrem Erfolg als populärste Lyrikerin der frühen Dreißiger Jahre, in der Stadt, in der sie einst zuhause war im Warten auf das sogenannte Glück. Jene Stadt, in der sie sich für den Einen entschied, obwohl sie den Ring des Anderen trug. Wo sie zum Niemand im Niemandsland wurde - als Jüdin, deren Gedichte nicht länger gedruckt werden durften. Szenenwechsel: "Zur Heimat erkor ich mir die Liebe": Mascha und ihr Mann Chemjo suchen in New York das kleine Glück. Während aus dem Söhnchen Evjatar der amerikanische Junge Steven wird, findet sich das Paar in einer fremden (Sprach-)Welt nur mühsam zurecht. An Veröffentlichungen ist kaum zu denken. Und doch bewahrt sich Mascha Kaléko ihren leichtfüßigen Ton: "Gedichte machen ist wie angeln". Den Fokus bildet der sprachlich-musikailsche Nuancenreichtum. Die Szenerie (ein Pult, ein Sitz, ein Mantel) ist so wenig sesshaft und gefestigt wie Mascha Kalékos äußeres Leben; im Mittelpunkt stehen Stimme und Klangfarben im Erspüren der Worte und Gedanken.

Aufführungstermine
Premiere im
Renaissance-Theater Berlin:
21. Januar 2007

Weitere Termine
im Renaissance-Theater Berlin:
21. März 2012  20 Uhr